Hochgelobt von der Presse war The Witcher 2 Assassins Kings, vom polnischen Entwickler CD-Projekt, eines der Spiele des Jahres 2011. Da war es natürlich nur eine Frage der Zeit bis eine Konsolen-Portierung umgesetzt wird. Die Enhanded Edition wurde für Xbox 360 und den PC fertig gestellt.
Zu Beginn des Spiels fällt das neue Intro sofort sehr positiv auf. Jeder, der den Witcher noch nicht kennt, hat spätestens ab hier Lust, das Spiel genauer unter die Lupe zu nehmen.
Das neue Intro:
Fangen wir mit einem Zitat an, um euch die Figur des Hexers näher zu bringen:
„Wahrlich, nichts ist widerlicher auf Erden als jene Monster, welche da Hexer geheißen, sind sie doch Früchte der verruchtesten zauberischen Teufeleien. Kreaturen ohne Anstand, Gewissen und Skrupel... Höllenbrut, geschaffen allein, um zu töten. Und genau so ein Hexer ist Gerald von Riva. Doch Gerald hat auch eine andere Seite an sich. Er setzt sich für die Schwachen ein und hat selbst eine Schwäche für das schöne Geschlecht.“
Zum Beginn
Wie auch in vielen anderen Spielen startet man in The Witcher 2 im Knast. In einem Verhör, angeklagt des Königsmordes, durchlebt der Spieler die vergangene Schlacht, in der der König starb. Nach der Flucht aus dem Gefängnis, macht sich Geralt von Riva mit teilweise fehlendem Gedächtnis auf die Suche nach seinen Erinnerungen und dem Königsmörder.

Stil
The Witcher 2 hat einen eigenen Stil. Wie schon die Entwickler richtig festgestellt haben, ist The Witcher 2 ein Spiel für Erwachsene. Kraftausdrücke, Blut und nackte Haut sind an der Tagesordnung. Doch das wirkt nie aufgesetzt, sondern gepaart mit schwarzem Humor kommt eine ganz passende Stimmung auf.
Story
Auf der Suche nach dem Königsmörder folgt ihr ca 20-25 Stunden einer recht linearen aber gut inszenierten Storyline. Es gibt relativ wenige Nebenmissionen im Vergleich zu Skyrim oder Kingoms of Amalur: Reckoning, abseits von Hauptpfad der Geschichte, dafür sind diese aber sehr abwechslungsreich.
Um für den Kampf gewappnet zu sein, wird eine solide Ausrüstung benötigt. Wer starke Rüstungen, heilende Tränke und mächtige Waffen nicht selbst herstellt, muss sie kaufen, und dafür ist es notwendig, Geld zu verdienen. Durch die Jagd auf Kreaturen oder Minispiele ist dies schnell erwirtschaftet. Bei Faustkämpfen, Armdrücken oder Würfelpoker gilt es geschickt das Geld zu setzen, um dann zu kassieren.

Große Entscheidungen im linearen Umfeld!
Doch wie ist es um die Entscheidungsfreiheit in diesem Rollenspiel bestellt? An einem Beispiel aus dieser Schlacht, lässt sich ganz wunderbar die Entscheidungsfreiheit, die man im Spiel hat beschreiben.
Ihr steht allein dem feindlichen General und seinen Gefolgsleuten gegenüber. Jetzt hab ihr drei Möglichkeiten:
Jede dieser Entscheidungen hat andere Auswirkungen auf das nachfolgende Spielgeschehen. So beeinflusst ihr je nachdem, wie ihr euch entscheidet, die Flucht aus dem Gefängnis. Später werdet ihr mit weiteren tiefgehende Entscheidungen konfrontiert, allerdings gibt es nicht allzu viele davon. Interessant dabei ist, dass in ebendiesen wichtigen Gesprächen eine Uhr mit 30 Sekunden runterläuft. Wird innerhalb dieser Zeit keine Entscheidung gefällt, wird automatisch eine getroffen. Von den Entscheidungsmöglichkeiten und deren Auswirkungen die man im Spiel hat, hätte sich Bioware für Mass Effect 3 ruhig eine Scheibe abschneiden können.
Gameplay und Tipps
Um es vorweg zu nehmen: Das Spiel ist bockschwer. Gerade am Anfang fallen die Kämpfe gegen mehrere Gegner ohne gute Ausrüstung schwer. Nach Level aufstiegen könnt ihr im Talentbaum eure Fähigkeiten steigern. Auch auf die Wahl des Schwierigkeitsgrades sollte geachtet werden. Denn schwer heißt hier auch wirklich schwer und sollte nur von Erfahrenen gezockt werden.

Doch kommen wir zum eigentlichen Gameplay: Mit zwei Waffen, einem Silberschwert für Monster und einem anderen Schwert, einer Axt oder einem Knüppel für die menschlichen Gegner stürzt ihr euch in den Kampf.Zudem könnt mit der LB-Taste das Spiel verlangsamen und im Menü entweder zwischen Wurfwaffen und euren fünf Zaubern wählen. Auf drei möchte ich genauer eingehen, den sie sind essenziell fürs Spiel. Der Aardzauber verursacht eine Druckwelle die Gegner wegstößt. Der Ignizauber richtet den größten Schaden mithilfe eines Feuerballs an, und Quen, ein Rüstungszauber, lässt euch mehrere Schläge einfach wegstecken ohne Schaden zu nehmen.
Trefft ihr auf neue Gegnerarten, ist immer zu empfehlen die Schwächen herauszufinden und diese dann systematisch auszunutzen. Bei Gegnergruppen sollten zuerst immer die schwächsten Gegner ausgeschaltet werden. Der wohl aber wichtigste Tipp: Immer in Bewegung bleiben! Dementsprechend ist die wichtigste Taste die B-Taste, mit der ihr rollen könnt. So entwickeln sich flotte, actionreiche Kämpfe, in denen allerdings teilweise die Steuerung zu ungenau vonstatten geht.
Weitere Erwähnungswerte Vor und Nachteile
Vorteile
Nachteile

Arenamodus
Die größte Neuerung neben neuen Zwischensequenzen, ist der Arenamodus. Hier kann das Kampfsystem geübt und perfektioniert werden. Nach jeder überlebten Gegnerwelle, steigt ihr ein Level auf, könnt als Belohnung zwischen neuer Ausrüstung wählen und erhaltet Orens, die Währung „im Witcher Universum“. Mit genug Orens lassen sich zudem Gefährten für den Kampf anwerben, was entweder auf im späteren Gegnerwellen oder einem hohen Schwierigkeitsgrad unabdingbar wird. Ob Soldaten, Scoia'tael, Nektar oder andere finstere Wesen, sie alle fordern euch in der Arena heraus und jenachdem, wie schnell ihr sie besiegt erhaltet ihr mehr Punkte. Insgesamt ist der Modus eine nette Ergänzung zum Singleplayerspiel.
Getestet wurde die Xbox 360-Version
Schon The Witcher 2 war ein großartiges Spiel und die Konsolen Portierung ist folgerichtig auch ein voller Erfolg geworden. Neue Zwischensequenzen und ein Arenamodus werten das Spiel noch zusätzlich auf. Gerade für Rollenspielfans ist die The Witcher 2: Assassins Kings - Enhanded Edition ein Muss. Sehr gute Grafik, flotte Kämpfe und eine spannende Story, mit knackigen Bosskämpfen, lassen kaum Wünsche übrig.

Kommentare