Okay, Jürgen Klinsmanns Buddha-Offensive brachte ihm bei den Bayern kein Glück, aber damit rückte er das Thema innere Balance in die Mitte der Fußball-Szene. Plötzlich sind die weichen Faktoren wichtig für den Erfolg einer Mannschaft: Wie überwindet man harte Niederlagen und schwört 23 Spieler auf ein gemeinsames Ziel ein?
Auch die virtuelle Fußball-Welt wird seither um neue Trainings-Optionen erweitert. Schon im "Fussball Manager 12“ kümmerten sich erfolgreiche Coaches intensiv um das Wohlbefinden ihrer einzelnen Kicker.
Die Optionen der Motivationsgestaltung waren fast grenzenlos. Im neuen Manager von EA Sports geht es noch einen Schritt weiter: Die Stärke einer Mannschaft ist auch von der Team-Chemie abhängig.

Ist die Perspektive richtig? Könnte eine Auswechslung aufs Gemüt schlagen? Oder braucht der Spieler einfach mal einen Tritt in den Allerwertesten? Der Fokus liegt dabei auf der richtigen Einkaufspolitik, der Entwicklung der Spieler in der Mannschaft und einer guten Stimmung untereinander. Wenn diese passt, kämpfen die Akteure füreinander, drehen Rückstände noch einmal um und sind auch über lange Zeit erfolgreich.
Doch was bei Borussia Dortmund in der Bundesliga unter Jürgen Klopp eine Selbstverständlichkeit ist, bedeutet für einen Manager im "FM13“ viel Arbeit: Für den Erfolg sortiert Ihr vor dem Saison-Start Stinkstiefel aus und plant die richtigen Events. Wer jetzt noch auf eine gesunde Mischung aus Erfahrung und Jugend setzt und den Verein nicht mit Söldnern verstärkt, baut nicht nur auf die Stärken der einzelnen Spieler, sondern profitiert auf dem Platz vom Miteinander.

Neben dieser neuen Funktion setzt der "Fussball Manager 13" auf ein leicht verändertes Stärkensystem, übersichtlichere Menüs und eine neue Bildschirmauflösung. Was bei den meisten PC-Titeln nicht der Rede wert wäre – gerade wenn es sich dabei nicht um das vielzitierte HD-Bild handelt – ist für den "FM 13" fast wie ein Quantensprung. Die vielen Inhalte können besser auf dem Monitor angeordnet werden, neue Boxen am Rand des Bildschirms zeigen nützliche Zusatzinfos. Trotzdem wirkt das Spiel immer noch bekannt und überzeugt durch die unglaubliche Tiefe und die schiere Anzahl an Daten zu allen Spielen, Ligen und Teams.
Ein stiefmütterliches Leben fristet weiter der Online-Modus. Wenige Nutzerzahlen und fast keine Weiterentwicklung im vergangenen Jahr sorgen dafür, dass der Fokus von Bright Future erneut auf der Offline-Fassung des Spiels lag. Das machen Browsergames wie "OnlineFussballManager" oder der "SPORT1 Bundesliga-Manager" meist besser – dort steht das Miteinander mit Freunden über einen längeren Zeitpunkt im Vordergrund. Der "FM13" bietet da keine neuen Funktionen.

Der neue "Fussball Manager" bietet zahlreiche neue Funktionen. Die Team-Chemie ermöglicht eingefleischten Fans ganz neue Optionen, macht eine intensive Betreuung des Kaders nötig und verhindert Schnellschüsse auf dem Transfermarkt. Bisher fehlt aber für Hobby-Spieler außer den neuen Saisondaten der große Unterschied zum Vorgänger. Auch online bleiben weiter viele der Möglichkeiten ungenutzt. Trotzdem bleibt auch der "Fussball Manager 13" von der Spieltiefe, den Optionen und der Übersichtlichkeit das Maß aller Dinge.
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