Die "FIFA 13"-Entwickler sind immer dicht am Puls des Volkssports Nummer eins. Sorgten vor einigen Jahren noch der Dominanzfußball oder die Qualität einzelner Superstars für Traumtore, so ist es 2012 der überfallartige Konterfußball. In nur wenigen Sekunden geht es von einem Strafraum zum anderen. Nicht nur Meister Borussia Dortmund, sondern auch das deutsche und spanische Nationalteam setzen auf das schnelle Umschalten und so wenig Ballkontakte wie möglich.
Die EA-Sports-Presseabteilung ist nicht kleinlaut, wenn es um Neuerungen im eigenen Spiel geht. Da war in den vergangenen Jahren von der 360-Grad-Steuerung, dem präzisen Dribbling und der Tactical Defensive die Rede. 2012 steht ganz im Zeichen der neuen Attacking Intelligence und der First Touch Control. Mit ihr lesen die Angreifer das Spiel der eigenen Mannschaft besser, starten konsequent in freie Räume und positionieren sich anspielbar und mit Zug zum Tor. Endlich sind so direkte Konter und schnörkellose Ballstaffetten möglich.

Die neue Intelligenz der Spieler ist auch am Gamepad bemerkbar: Die Mitspieler starten während eines Angriffs immer wieder in die offenen Räume und warten auf das Anspiel. Dabei achten sie trotzdem noch mehr als in "FIFA 12" auf das Abseits. Während die Stürmer im Vorgänger oft einige Meter vor die Verteidiger liefen, sich zurückwarfen und nicht mehr anspielbar waren, bleiben sie jetzt auf Höhe der virtuellen Linie stehen und warten auf den ballführenden Kicker.
Fehler bei der Ballannahme: Glücksfaktor oder Realitätsnähe?
In "FIFA 12" sind lange, hohe Pässe an der Tagesordnung. Ziel der Spieler: schnell die Abwehr mit einem direkten Anspiel übertölpeln und die Torchance verwirklichen. In "FIFA 13" ist das besonders mit schwachen Teams nicht mehr ganz so einfach. Durch die First Touch Control ist die Qualität des annehmenden Spielers wichtig, damit der Ball auch am Fuß kleben bleibt. Ansonsten verspringt das Spielgerät leicht um einige Meter oder geht im Zweikampf mit dem Verteidiger verloren.
Was im ersten Moment nach einem unnötigen Glücksfaktor klingt, ist laut FIFA-Produzent David Rutter eine Annäherung an die Realität, mit dem die Zocker kalkulieren müssen. Solange der Ballempfänger weiter ein Topstar wie Messi, Drogba, Christiano Ronaldo oder Schweinsteiger ist, machen schwierige Pässe Sinn, ansonsten ist ein kurzes oder flaches Abspiel besser. Die Qualität der Spieler muss beim Pass also ähnlich eingeschätzt werden, wie der starke Fuß beim Abschluss vorm Kasten.

Die kleinen Änderungen: Einwurf & Aufstehen
Nach endlosen Begegnungen in "FIFA 12" stören sich die Spieler an vielen Kleinigkeiten: der Kommentar lässt sich abschalten, die immergleichen Teams wechseln, aber kleine Fehler im Spielverlauf sind nur noch anstrengend. Ein solches Beispiel ist der Versuch, den Einwurf schneller zu machen – das neue Feature im Vorgänger war ein positiver Ansatz aber oft schwierig umzusetzen, da der Spieler den Ball dann doch nicht aufgenommen hat oder direkt an ihm vorbeilief. In "FIFA 13“ läuft das jetzt besser: Mitspieler schießen dem Einwerfenden den Ball sogar zu und er ist öfter bereit, das Spielgerät wieder auf den Platz zu befördern. Auch die Reaktion der Angreifer nach einem Torschuss ist besser: Sie stehen schneller auf, reagieren auf einen abspringenden Ball und sind für einen Nachschuss bereit.
Optionsvielfalt: der neue Freistoss
Die Möglichkeiten für einen Freistoss steigen bei "FIFA 13" um ein Vielfaches. Das gilt für die Auswahl der Spieler, die Anzahl der Kicker am Torversuch, die Pass- und Antäuschungsversuche, aber auch für die Optionen der verteidigenden Mannschaft durch eine variable Mauer. War es im Vorgänger noch äußerst schwer, ein direktes Tor durch einen Freistoss zu erzielen, so soll die neue Vielfalt für Spannung sorgen.

Schon die äußerst frühe Version von "FIFA 13" ist ein gutes Stück weiter als der Vorgänger. Die Angriffsoptionen sind nicht nur durch die pfiffigen Mitspieler gestiegen, sondern auch durch die bessere Reaktion nach einem Torschuss und dem schnellen Aufstehen nach Grätschen. Aber hoffentlich ist die Defensive nicht plötzlich chancenlos gegen die Übermacht an offensiven Optionen.
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